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Startup-Förderung in Bern: Diese Anlaufstellen, Kredite und Netzwerke helfen

Startup Förderung Bern 2026: Wo Gründer Beratung, Kredite, Bürgschaften und Coaching finden, wie Innosuisse und BG Mitte helfen und welche Kontakte Startups für Finanzierung nutzen sollten.

Inhaltsverzeichnis

Für Gründerinnen und Gründer entscheidet sich bei der Startup Förderung Bern häufig schon früh, ob aus einer Geschäftsidee ein finanzierbares Unternehmen wird: Der Kanton vermittelt Fördermöglichkeiten und Netzwerke, be-advanced begleitet Gründung und Wacnovationen und BG Mitte kann fehlende Banksicherheiten mit Bürgschaften von bis zu CHF 1 Mio. abfedern. Allein die Standortförderung des Kantons Bern begleitete 2025 insgesamt 120 Projekte; die unterstützten Projektpartner stellten Investitionen von rund CHF 170 Mio. und mehr als 800 mögliche neue Arbeitsplätze in Aussicht, wie BERNONLINE.CH auf Basis der aktuellen Angaben der Berner Wirtschaftsförderung berichtet.

Entscheidend ist allerdings die Abgrenzung: Nicht jedes Startup erhält einen direkten Förderbeitrag, und Beratung, Coaching, Bürgschaft, Bankkredit sowie nicht rückzahlbare Projektförderung sind unterschiedliche Instrumente. Junge Unternehmen sollten deshalb zunächst klären, ob Kapital für die Gründung, Produktentwicklung, Markteintritt, Forschung oder Expansion benötigt wird. Davon hängt ab, ob die erste Adresse be-advanced, die Standortförderung Kanton Bern, Innosuisse, eine Bank mit BG-Mitte-Bürgschaft oder ein spezialisiertes Innovationsnetzwerk ist.

Welche Startup-Förderung in Bern passt zu welchem Unternehmen?

Die Förderlandschaft im Kanton Bern funktioniert eher wie ein Netzwerk als wie ein einzelner Fonds. Die Standortförderung Kanton Bern unterstützt Unternehmen bei finanziellen und administrativen Fragen, stellt Kontakte her und vermittelt Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und Netzwerken. Ihre Programme richten sich unter anderem an Startups, die ihre Aktivitäten im Kanton ausbauen wollen, Unternehmen, die sich hier ansiedeln möchten, sowie bereits ansässige Betriebe.

Eine zentrale operative Anlaufstelle für frühe Unternehmensphasen ist be-advanced AG. Das Angebot umfasst Gründerberatung, ein Startup-Programm, KMU-Coaching sowie die Vermittlung innerhalb des Berner Innovationsökosystems. Nach eigenen aktuellen Angaben hat be-advanced bereits mehr als 520 Startups gefördert, über 1’800 Gründerinnen und Gründer beraten und arbeitet mit mehr als 100 Ökosystempartnern.

Bedarf des StartupsMögliche erste AnlaufstelleArt der Unterstützung
Geschäftsidee prüfenbe-advancedGründerberatung, Geschäftsmodell, nächste Schritte
Startup entwickelnbe-advancedStartup-Programm, Coaching, Netzwerk
Standort oder Expansion im Kanton BernStandortförderung Kanton BernBeratung, Fördermöglichkeiten, Kontakte
Wissenschaftsbasierte InnovationInnosuisseCoaching und Innovationsförderung
Bankkredit trotz begrenzter SicherheitenBG Mitte + BankBürgschaft bis CHF 1 Mio.
Hochschul-Spin-offInnovation Office Universität BernFinanzierungssuche, Business Model, Pitch, Gründung
MedTech/HealthTechsitem-inselSpezialisiertes Innovations- und Investorennetzwerk

Der sinnvollste Einstieg besteht deshalb nicht darin, wahllos Fördergesuche einzureichen. Ein Startup sollte zunächst Finanzierungsbedarf, Entwicklungsphase, Innovationsgrad, Standort und Geschäftsmodell definieren und erst danach das passende Instrument wählen.

Kontakte für Gründer in Bern

Die Standortförderung Kanton Bern hat ihren Sitz am Münsterplatz 3a in Bern und ist unter +41 31 633 41 20 erreichbar. Sie berät zu Aufbau-, Ausbau- und Ansiedlungsprojekten und kann Unternehmen mit relevanten Stellen und Finanzierungsmöglichkeiten verbinden.

be-advanced AG sitzt an der Spitalgasse 28, 3011 Bern. Die Innovationsförderagentur bietet unter anderem Gründerberatung und Startup-Coaching an; über die kantonale Standortförderung wird ausdrücklich ein kostenloses Erstgespräch angeboten.

Für innovative, wissenschaftsbasierte Unternehmen kommt zusätzlich Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, infrage. Ihre Instrumente reichen vom kostenlosen Entrepreneurship Training bis zu mehrstufigen Coaching-Programmen und Innovationsprojekten.

Kredite für Startups in Bern: Wie BG Mitte den Zugang zur Bank erleichtert

Eine der wichtigsten Unterscheidungen betrifft den Begriff «Startup-Kredit». Weder der Kanton noch BG Mitte funktionieren wie eine Bank, die jedem neu gegründeten Unternehmen automatisch Kapital zur Verfügung stellt. Gerade bei Unternehmen mit tragfähigem Geschäftsmodell, aber zu wenig Sicherheiten kann jedoch das schweizerische Bürgschaftssystem eine Finanzierung ermöglichen.

Für Unternehmen im Kanton Bern ist BG Mitte, Bürgschaftsgenossenschaft für KMU, relevant. Sie unterstützt ausdrücklich auch Unternehmensgründungen, Verselbständigungsprojekte und Startups sowie Wachstum, Investitionen und Liquiditätsfinanzierungen. Eine Bürgschaft ist nach aktuellen Angaben bis zu CHF 1 Mio. und mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren möglich.

Wichtig: Das Geld kommt nicht von BG Mitte.

BG Mitte vergibt keinen eigenen Kredit. Sie übernimmt gegenüber der finanzierenden Bank eine Bürgschaft und reduziert damit einen Teil ihres Risikos. Das bedeutet praktisch:

  • Das Startup benötigt ein wirtschaftlich nachvollziehbares Projekt.
  • Die Finanzierung muss grundsätzlich tragfähig sein.
  • Eine Bank muss in die Finanzierung eingebunden werden.
  • BG Mitte beurteilt Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit.
  • Unternehmen, Bank und Bürgschaftsgenossenschaft sollen das Risiko angemessen teilen.
  • Eine Bürgschaft ersetzt damit weder einen Businessplan noch die Prüfung der Rückzahlungsfähigkeit.

Auch die Kosten sind kalkulierbar, aber nicht null. Bei Einreichung des Gesuchs verlangt BG Mitte derzeit einen Kostenvorschuss von CHF 300. Die Prüfung kostet abhängig von der Bürgschaftssumme CHF 500 bis maximal CHF 2’000; bei Ablehnung werden laut BG Mitte keine Prüfungskosten berechnet. Zusätzlich fällt eine Risikoprämie von 1,25 Prozent pro Jahr auf der Bürgschaftssumme an.

BG Mitte nennt nach vollständiger Gesuchseinreichung grundsätzlich rund zwei Wochen bis zum Entscheid. Die Ausarbeitung der gesamten Finanzierung mit Unternehmen und Bank kann jedoch länger dauern. Sitz der Genossenschaft ist Bahnhofstrasse 59D, 3401 Burgdorf; Telefon +41 34 420 20 20.

Welche Unterlagen erhöhen die Chancen auf einen Startup-Kredit?

Eine Geschäftsidee allein genügt für eine Kreditfinanzierung normalerweise nicht. Gründer sollten eine Bank- oder Bürgschaftsanfrage deshalb so vorbereiten, dass Kapitalbedarf und Rückzahlungsfähigkeit nachvollziehbar sind.

Relevant sind insbesondere ein plausibler Businessplan, mehrjährige Umsatz- und Kostenplanung, Liquiditätsplanung, Investitionsplan, Angaben zu Eigenmitteln, Markt- und Konkurrenzanalyse sowie Informationen über das Gründerteam. Ebenso sollte klar sein, wofür jeder beantragte Franken eingesetzt wird und ab wann das Unternehmen voraussichtlich genügend Cashflow für Zins und Amortisation erwirtschaftet.

Bei einer BG-Mitte-Finanzierung können zudem Sicherheiten verlangt werden. Welche Sicherheiten erforderlich sind, hängt unter anderem von der Rechtsform und dem konkreten Fall ab. BG Mitte nennt beispielsweise Todesfallrisikopolicen, Rückbürgschaften und bei entsprechenden Immobilien Grundpfandtitel.

Innosuisse: Bis CHF 75’000 Coaching für innovative Startups

Für wissenschafts- und technologiebasierte Startups ist Innosuisse eine der wichtigsten nationalen Förderstellen. Das Start-up Coaching arbeitet mit Gutscheinen, über welche Leistungen akkreditierter Coaches finanziert werden. Das ist kein frei verfügbares Startkapital für Mieten, Löhne oder Marketing, sondern zweckgebundene professionelle Unterstützung.

Das System besteht unter anderem aus drei Stufen:

ProgrammMaximaler Coaching-GutscheinDauerSchwerpunkt
Initial CoachingCHF 10’000bis 12 MonateGeschäftsmodell und Machbarkeit
Core CoachingCHF 50’000bis 36 MonateMarkteintritt, Organisation, Finanzierung
Scale-up CoachingCHF 75’000bis 24 MonateWachstum und Skalierung

Die Beträge und Laufzeiten entsprechen dem aktuellen Angebot von Innosuisse.

Beim Initial Coaching können Startups einen Gutschein von bis zu CHF 10’000 erhalten. Voraussetzung ist unter anderem eine innovative und wissenschaftsbasierte Geschäftsidee mit hohem Marktpotenzial und skalierbarem Geschäftsmodell. Das Unternehmen muss grundsätzlich in der Schweiz gegründet worden sein beziehungsweise kurz vor der Gründung stehen; Innosuisse nennt dabei in der Regel einen Zeitraum von fünf Jahren seit der Gründung, in begründeten Fällen etwa bei zeitintensiven Life-Science-Projekten bis zu zehn Jahre.

Nach erfolgreich abgeschlossenem Initial Coaching kann das Core Coaching folgen. Hier beträgt der Gutschein bis zu CHF 50’000 bei maximal 36 Monaten Laufzeit. Themen sind unter anderem Strategie, Organisationsaufbau, Markteintritt, geistiges Eigentum, Finanzplanung, Rechtsfragen und Fundraising.

Für Unternehmen mit sehr hohem Wachstumspotenzial gibt es schliesslich das Scale-up Coaching mit bis zu CHF 75’000 für maximal 24 Monate. Hier verlangt Innosuisse unter anderem ein nach Schweizer Recht gegründetes Unternehmen, ein innovatives wissenschaftsbasiertes Produkt oder eine entsprechende Dienstleistung, Skalierbarkeit und derzeit mindestens fünf Vollzeitäquivalente. Bewerbungen sind nur während ausgeschriebener Bewerbungsfenster möglich; aktuell ist kein Call geöffnet.

Was Innosuisse nicht finanziert

Gerade hier entstehen häufig falsche Erwartungen. Ein Coaching-Gutschein über CHF 50’000 bedeutet nicht, dass CHF 50’000 auf das Firmenkonto überwiesen werden. Der Gutschein finanziert die dafür vorgesehenen Coaching-Leistungen.

Für eigentliche Innovationsprojekte besitzt Innosuisse separate Förderinstrumente. Seit 2023 können beispielsweise auch wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte von Startups vor dem Markteintritt unterstützt werden.

Für Gründer bedeutet das: Coaching und Projektförderung müssen getrennt betrachtet werden.

Startup-Netzwerke in Bern: Wo Gründer Investoren und Partner finden

Kapital ist nur ein Teil einer Unternehmensgründung. Besonders für Startups mit komplexen Produkten können Kontakte zu Forschung, Industrie, Pilotkunden, Investoren und erfahrenen Unternehmern ebenso wichtig sein.

be-advanced übernimmt dabei eine zentrale Lotsenfunktion im Berner Innovationsökosystem. Die Organisation weist derzeit mehr als 100 Ökosystempartner aus und verbindet Gründer mit geeigneten Angeboten und Kontakten.

Für akademische Gründer ist zusätzlich die Universität Bern relevant. Das Innovation Office bietet eine kostenlose und vertrauliche Beratung an und unterstützt bei frühen Innovationsideen, nicht verwässernden Förderinstrumenten, Businessmodellen, Marktanalysen, Pitch-Vorbereitung und Startup-Gründungen. Explizit beraten wird auch zu Programmen wie Innosuisse, BRIDGE sowie Eurostars/EUREKA.

Die Universität Bern bündelt zudem Entrepreneurship Training und Startup-Ausbildung. Mehrere Innosuisse-Trainingsmodule werden in Bern kostenlos angeboten; dazu gehören Formate zur Entwicklung von Geschäftsideen, Businesskonzepten und Validierung.

Für MedTech- und Health-Science-Unternehmen ist sitem-insel auf dem Berner Medical Campus eine spezialisierte Adresse. Der Sitem StartUp Club ist auf Startups aus MedTech und Health Sciences ausgerichtet und verbindet junge Unternehmen mit seinem Investorennetzwerk. Die Innovationsabteilung unterstützt MedTech-Startups und KMU ausserdem bei Strategie, Projektmanagement und Vernetzung; ausgewählte Unternehmen können vom sitem-insel Innovation Voucher profitieren.

Berns Startup-Ökosystem nach Unternehmensphase

Idee:
Gründerberatung bei be-advanced oder – bei Hochschulprojekten – Kontakt zum Innovation Office der Universität Bern.

Validierung:
Geschäftsmodell testen, Markt analysieren, erste Kundeninterviews durchführen und Finanzbedarf berechnen. Kostenlose Entrepreneurship-Trainings können hierfür eine zusätzliche Struktur liefern.

Technologieentwicklung:
Prüfen, ob Innosuisse-Projektförderung oder andere Innovationsprogramme passen.

Firmengründung:
Rechtsform, Kapital, Eigentumsverhältnisse, Versicherungen, Steuern und Finanzierung sauber strukturieren.

Finanzierung:
Eigenmittel, Investoren, Darlehen und gegebenenfalls Bankfinanzierung mit BG-Mitte-Bürgschaft vergleichen.

Markteintritt und Wachstum:
be-advanced, Innosuisse Core Coaching, Branchencluster, Investorennetzwerke und die Standortförderung einbeziehen.

Expansion:
Standortförderung Kanton Bern kontaktieren und bei stark skalierenden wissenschaftsbasierten Unternehmen einen künftigen Innosuisse Scale-up Call prüfen.

Wie Gründer in Bern in sieben Schritten vorgehen sollten

Der häufigste Fehler besteht darin, zuerst nach «gratis Geld» zu suchen und erst danach das Geschäftsmodell zu konkretisieren. Förderstellen beurteilen dagegen einen bestimmten Zweck, ein Unternehmen und dessen Entwicklungsperspektive.

1. Kapitalbedarf berechnen.
Gründungskosten, Entwicklung, Personal, Infrastruktur, Marketing, Lager und Liquiditätsreserve getrennt erfassen.

2. Finanzierungszweck bestimmen.
Ein Innovationsprojekt benötigt ein anderes Instrument als eine kurzfristige Liquiditätsfinanzierung oder der Kauf von Maschinen.

3. Geschäftsmodell dokumentieren.
Kunden, Problem, Lösung, Preis, Vertrieb, Wettbewerb und Skalierbarkeit müssen nachvollziehbar sein.

4. Erste Beratung nutzen.
Für viele Berner Gründer ist be-advanced ein sinnvoller Einstieg, weil die Organisation sowohl Gründerberatung als auch Startup-Coaching und Ökosystemvermittlung anbietet.

5. Förderfähigkeit prüfen.
Ein technologie- oder forschungsbasiertes Startup sollte zusätzlich die Innosuisse-Kriterien prüfen. Nicht jedes normale Handels-, Gastro-, Beratungs- oder Dienstleistungsunternehmen erfüllt diese Anforderungen. Innosuisse verlangt beim Start-up Coaching ausdrücklich ein innovatives und wissenschaftsbasiertes Vorhaben.

6. Fremdkapital separat prüfen.
Wenn ein Bankkredit wirtschaftlich tragfähig wäre, aber Sicherheiten fehlen, kann eine Bürgschaft durch BG Mitte relevant werden.

7. Erst danach Anträge einreichen.
Businessplan, Finanzplanung, Pitch Deck, Teamprofil und Projektdokumentation sollten widerspruchsfrei dieselbe Unternehmensstrategie abbilden.

Damit lässt sich auch vermeiden, dass Gründer Zeit in Programme investieren, deren Kriterien ihr Unternehmen gar nicht erfüllt.

Fragen und Antworten zur Startup-Förderung in Bern

Fragen und Antworten zur Startup-Förderung in Bern

Gibt es in Bern Geld vom Staat für jedes neue Startup?

Nein. Es gibt keine pauschale Zahlung nur deshalb, weil ein Unternehmen gegründet wird. Der Kanton Bern kann innovative Projekte und Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen fördern; zusätzlich existieren Coaching-, Innovations-, Bürgschafts- und nationale Förderinstrumente. Grundlage für kantonale Beiträge an innovative Firmenprojekte und Startups ist unter anderem das Wirtschaftsförderungsgesetz.

Wo sollte ein Gründer in Bern zuerst anfragen?

Für eine frühe Geschäftsidee ist be-advanced eine zentrale Anlaufstelle. Für Ansiedlung, Expansion und kantonale Fördermöglichkeiten kommt die Standortförderung Kanton Bern hinzu. Wissenschaftsbasierte Startups sollten ausserdem Innosuisse prüfen.

Wie hoch kann eine Bürgschaft für einen Startup-Kredit sein?

BG Mitte kann Bankkredite derzeit bis zu einem Bürgschaftsbetrag von CHF 1 Mio. absichern. Die maximale Laufzeit beträgt bis zu zehn Jahre.

Gibt BG Mitte selbst Startup-Kredite aus?

Nein. BG Mitte stellt Bürgschaften zugunsten von Bankkrediten bereit, vergibt aber selbst keinen Kredit.

Wie hoch ist die Risikoprämie bei BG Mitte?

Aktuell beträgt sie 1,25 Prozent pro Jahr auf der Bürgschaftssumme. Zusätzlich entstehen Kosten für die Gesuchsprüfung.

Kann ein Startup CHF 50’000 von Innosuisse erhalten?

Beim Core Coaching kann ein Coaching-Gutschein von bis zu CHF 50’000 gewährt werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um frei verfügbares Bargeld, sondern um ein Budget für Leistungen akkreditierter Coaches.

Welche Förderung gibt es bereits vor dem Markteintritt?

Innosuisse fördert seit 2023 auch wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte von Startups vor dem Markteintritt, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wo finden MedTech-Startups in Bern Unterstützung?

sitem-insel ist ein zentraler Berner Standort für translationale Medizin. Der Sitem StartUp Club richtet sich an MedTech- und Health-Science-Unternehmen und verfügt über ein spezialisiertes Investorennetzwerk; die Innovationsabteilung bietet zusätzlich Beratung und Vernetzung.

Was sollten Gründer zum ersten Beratungsgespräch mitbringen?

Sinnvoll sind eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells, Zielgruppe, Problem und Lösung, Informationen über das Gründerteam, vorhandene Marktvalidierung sowie eine erste Finanzplanung. Bei Innosuisse gehören unter anderem Beschreibung der Innovation, Value Proposition, Wettbewerbsvorteil, Team und vorhandene Unternehmensunterlagen wie ein Pitch Deck zu den geforderten Bewerbungsinformationen.

Welche Förderprogramme und Startup-Fonds in Bern wirklich relevant sind

Für Startups in Bern endet die Finanzierungssuche nicht bei Bankkredit und kantonaler Beratung. Besonders technologie- und wissenschaftsbasierte Gründer können auf nationale Programme zugreifen, die Coaching, nicht verwässernde Finanzierung oder Zugang zu Investoren kombinieren. Wichtig ist die Phase des Unternehmens: Während be-advanced bereits bei der Strukturierung einer Idee hilft, können Innosuisse und Venture Kick für innovative Projekte deutlich grössere finanzielle Hebel bieten.

Programm / AnlaufstelleWas konkret möglich istFür wen besonders relevantKontakt / Antrag
be-advanced AG, BernGründerberatung, Startup-Coaching, Geschäftsmodell, Netzwerk und Vorbereitung weiterer FinanzierungsschritteGründer und Startups im Kanton BernSpitalgasse 28, 3011 Bern, +41 31 335 62 62, [email protected]
Innosuisse Initial CoachingCoaching-Gutschein bis CHF 10’000 für maximal 12 MonateJunge wissenschaftsbasierte und innovative StartupsAntrag direkt bei Innosuisse
Innosuisse Core CoachingBis CHF 50’000 Coaching-Budget, maximal 36 MonateStartups nach erster Validierung, insbesondere vor Wachstum und FinanzierungNach erfolgreichem Initial Coaching bzw. gemäss Programmzugang
Innosuisse Scale-up CoachingBis CHF 75’000 Coaching-Budget für maximal 24 MonateStark wachsende innovative Schweizer StartupsBewerbung während ausgeschriebener Calls
Innosuisse Entrepreneurship TrainingKostenlose Kurse, Workshops und Entrepreneurship-TrainingFrühphase, angehende Gründer, wissenschaftsbasierte ProjekteTeilnahme kostenlos
Venture KickBis CHF 150’000 über drei FörderstufenHochschulnahe, innovative Startups mit hohem WachstumspotenzialOnline-Bewerbung; Einstieg teilweise bereits vor Firmengründung
InnoBoosterFür qualifizierte Venture-Kick-Startups weitere CHF 150’000 möglichAusgewählte technologieorientierte StartupsZugang über Venture-Kick-Qualifikation
KickfundZusätzliche Finanzierung von bis zu CHF 850’000 möglichErfolgreiche Venture-Kick-Startups auf dem Weg zu Seed/Series AZugang für qualifizierte Stage-3-Unternehmen
BG MitteBürgschaften für Bankkredite von bis zu CHF 1 Mio.Tragfähige Unternehmen, denen ausreichende Banksicherheiten fehlenAntrag gemeinsam mit beziehungsweise im Umfeld einer Bankfinanzierung

Die Beträge dürfen dabei nicht miteinander verwechselt werden. CHF 50’000 Innosuisse Core Coaching sind beispielsweise kein frei verfügbares Bargeld, sondern ein Gutschein für akkreditierte Coaching-Leistungen. Venture Kick dagegen stellt ausgewählten Unternehmen tatsächlich Startup-Finanzierung bereit: 2026 stehen nach Angaben der Initiative insgesamt CHF 9,58 Mio. für 283 «Kicks» zur Verfügung; ein einzelnes Projekt kann über die drei Venture-Kick-Stufen bis CHF 150’000 erhalten.

Besonders interessant wird das Modell für erfolgreiche Venture-Kick-Teilnehmer: Nach Stage 2 kann eine Bewerbung für einen InnoBooster von CHF 150’000 möglich werden; erfolgreiche Stage-3-Unternehmen erhalten zudem Zugang zu einer möglichen Kickfund-Finanzierung von bis zu CHF 850’000. Venture Kick beziffert das mögliche Gesamtfinanzierungspotenzial seiner miteinander verbundenen Instrumente deshalb auf bis zu CHF 1,15 Mio.

Drei Kontakte, die Gründer in Bern zuerst prüfen sollten

be-advanced: sinnvoll, wenn Geschäftsmodell, Finanzierungspfad oder Förderprogramm noch nicht eindeutig feststehen. Die Berner Organisation verbindet Beratung mit Zugang zu ihrem Startup- und Innovationsnetzwerk.

Innosuisse: relevant, sobald das Projekt einen klaren wissenschafts- oder innovationsbasierten Kern besitzt. Neben Start-up Coaching bietet die Bundesagentur kostenlose Entrepreneurship-Trainings und eigene Innovationsförderinstrumente für Startups an.

Venture Kick: besonders interessant für ambitionierte Hochschul- und Deep-Tech-Projekte. Das Programm verbindet Finanzierung mit Jury-Pitches, Coaching und Investorenzugang und kann bereits vor der eigentlichen Firmengründung einsetzen.

Praktischer Weg: Wer noch keine belastbare Finanzierungsstrategie besitzt, startet bei be-advanced. Wer eine wissenschaftsbasierte Innovation entwickelt, prüft parallel Innosuisse. Hochschulnahe Startups mit starkem Skalierungspotenzial sollten zusätzlich Venture Kick prüfen; wenn ein Bankkredit grundsätzlich tragfähig ist, aber Sicherheiten fehlen, kommt BG Mitte als zusätzlicher Finanzierungsbaustein infrage.

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