Internationale Überweisungen aus der Schweiz unterscheiden sich 2026 nicht nur bei den sichtbaren Bankgebühren, sondern vor allem beim Wechselkurs, bei Fremdspesen und bei der Geschwindigkeit der Gutschrift. Wer Geld überweisen Ausland als Zahlung in den Euroraum oder in Länder wie Grossbritannien, die USA oder Kanada veranlasst, kann je nach Anbieter über SEPA, SWIFT oder alternative Zahlungsnetze abrechnen; dadurch unterscheiden sich sowohl die Gesamtkosten als auch der Betrag, der tatsächlich beim Empfänger ankommt. Besonders bei einer Umrechnung von CHF in EUR, USD oder GBP kann bereits ein kleiner Kursaufschlag stärker ins Gewicht fallen als eine fixe Überweisungsgebühr. Entscheidend ist deshalb nicht der beworbene Preis der Transaktion, sondern die Summe aus Transfergebühr, Wechselkurskosten und möglichen Fremdspesen, berichtet BERNONLINE.CH unter Berufung auf die aktuellen Konditionen der Anbieter.
Für Euro-Zahlungen ist die Ausgangslage vergleichsweise transparent: Die Schweiz gehört zum SEPA-Raum mit derzeit 40 Staaten, sodass standardisierte EUR-Überweisungen vielfach innerhalb eines Bankwerktags abgewickelt werden können. PostFinance nennt für SEPA-Zahlungen maximal einen Bankwerktag und für reguläre weltweite Auslandzahlungen in der Regel ein bis zwei Arbeitstage. Ausserhalb von SEPA wird die Kostenstruktur komplexer, weil bei SWIFT-Zahlungen zusätzlich Korrespondenzbanken beteiligt sein können und Gebühren je nach Modell vom Absender getragen, geteilt oder vom Überweisungsbetrag abgezogen werden. Ein seriöser Vergleich muss deshalb Gebühren, Wechselkurs, Zahlungsweg, Empfängerwährung und Laufzeit gleichzeitig berücksichtigen.
Geld ins Ausland überweisen: Welche Möglichkeiten gibt es 2026
Für Privatpersonen in der Schweiz stehen grundsätzlich drei Wege zur Verfügung: die eigene Schweizer Bank, ein Finanzinstitut wie PostFinance oder spezialisierte digitale Anbieter wie Wise und Revolut. Welcher Weg günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Zielland, die Währung, der Betrag und vor allem die notwendige Währungsumrechnung verändern das Ergebnis.
Bei einer Euro-Zahlung nach Deutschland, Österreich, Frankreich oder in ein anderes SEPA-Land ist zunächst zu prüfen, ob die eigene Bank eine SEPA-Überweisung anbietet. Die Schweiz ist Teil des SEPA-Raums. Voraussetzung für eine klassische SEPA-Zahlung ist unter anderem, dass die Zahlung in Euro ausgeführt wird und die notwendigen Kontodaten, insbesondere die IBAN, vorhanden sind.
Für Zahlungen beispielsweise in die USA, nach Kanada, Australien oder in zahlreiche asiatische Staaten kommt dagegen häufig eine internationale Banküberweisung beziehungsweise SWIFT-Zahlung zum Einsatz. Dabei können mehrere Finanzinstitute an einer einzigen Zahlung beteiligt sein. Genau hier entstehen Kosten, die beim Blick auf die ursprüngliche Überweisungsgebühr leicht übersehen werden.
Digitale Transferanbieter verfolgen teilweise ein anderes Modell. Sie können lokale Zahlungssysteme und eigene Kontostrukturen verwenden, wodurch nicht jede Überweisung den vollständigen klassischen SWIFT-Weg nehmen muss. Bei Wise hängt der konkrete Preis beispielsweise von Währung, Betrag und Einzahlungsmethode ab; der Anbieter zeigt Kosten und Wechselkurs vor der Bestätigung der Zahlung an.
Was kostet eine Auslandsüberweisung aus der Schweiz?
Die wichtigste Regel für einen seriösen Kostenvergleich lautet: Nicht die Gebühr vergleichen, sondern den Betrag, den der Empfänger tatsächlich erhält.
Eine internationale Überweisung kann aus mehreren Kostenkomponenten bestehen:
- Überweisungsgebühr: Preis des eigenen Finanzinstituts oder Transferanbieters.
- Wechselkurs: Kurs, zu dem beispielsweise CHF in EUR, USD oder GBP umgerechnet werden.
- Wechselkursaufschlag: Differenz zwischen einem Referenz- beziehungsweise Devisenmittelkurs und dem vom Anbieter verwendeten Kundenkurs.
- Korrespondenzbankspesen: mögliche Gebühren zwischengeschalteter Banken bei internationalen Zahlungen.
- Empfängerbankgebühren: Kosten, die das ausländische Finanzinstitut für die Gutschrift berechnen kann.
- Expressgebühren: Zuschläge, wenn eine Zahlung schneller verarbeitet werden soll.
Gerade der Wechselkurs kann bei höheren Beträgen wichtiger werden als eine fixe Transfergebühr. Ein Unterschied von lediglich 1 Prozent entspricht bei einer Umrechnung von 10’000 CHF bereits einem Gegenwert von 100 CHF. Deshalb kann eine Überweisung mit einer sichtbaren Gebühr von beispielsweise 5 CHF insgesamt teurer sein als eine Zahlung mit einer höheren fixen Gebühr, aber einem günstigeren Wechselkurs.
Beispiel PostFinance: SEPA kostenlos, weltweite Zahlung ab CHF 2
Bei PostFinance sind Euro-Überweisungen nach SEPA-Standard über E-Finance und die PostFinance App derzeit kostenlos. Eine weltweite Auslandzahlung, bei der der Empfänger einen um mögliche Fremdspesen reduzierten Betrag erhält, kostet laut aktueller Preisliste CHF 2. Soll der vollständige Betrag beim Empfängerinstitut ankommen, beträgt der Preis CHF 22. Darin sind CHF 20 als Pauschale für Fremdspesen enthalten.
Für eine Express-Auslandzahlung verlangt PostFinance einen Zuschlag von CHF 10. Die Express-Option steht unter anderem für EUR, USD, CHF, CAD, GBP, NOK, SEK, CZK, HUF, PLN und ZAR zur Verfügung.
| Zahlungsart bei PostFinance | Aktueller Grundpreis online | Angegebene Dauer |
|---|---|---|
| SEPA-Auslandzahlung in EUR | kostenlos | max. 1 Bankwerktag |
| Weltweit, Empfänger erhält reduzierten Betrag | CHF 2 | 1–2 Arbeitstage |
| Weltweit, voller Betrag | CHF 22 | 1–2 Arbeitstage |
| Express-Zuschlag | + CHF 10 | je nach Zeitpunkt innert Stunden |
Die Werte beziehen sich auf elektronische Aufträge für Privatkunden. Bei einer Zahlung am Postschalter gelten andere Preise. Auch eine Empfängerbank kann unter bestimmten Umständen eigene Gutschriftsgebühren erheben.
Wise, Revolut oder Schweizer Bank: Wo liegen die Unterschiede?
Ein direkter Preisvergleich ist nur für eine konkrete Transaktion sinnvoll. Ein Transfer von 1’000 CHF nach Deutschland ist wirtschaftlich etwas anderes als eine Zahlung von 20’000 CHF in die USA oder eine Überweisung in einer weniger häufig gehandelten Währung.
Wise: Gebühr und Wechselkurs werden getrennt ausgewiesen
Wise setzt bei internationalen Überweisungen auf eine transparente Darstellung von Wechselkurs und Gebühr. Nach Angaben des Unternehmens werden bei der Umrechnung Devisenmittelkurse verwendet; die konkrete Transfergebühr hängt von Betrag, Währung und Zahlungsart ab.
Auf der Schweizer Wise-Seite werden Gebühren für internationale Überweisungen aktuell ab 0,1 Prozent beworben. Für ein auf der Website dargestelltes Beispiel von 30’000 CHF in EUR werden zum Zeitpunkt der Abfrage 59,37 CHF bei Zahlung aus dem Wise-Guthaben beziehungsweise 60,13 CHF per Banküberweisung ausgewiesen. Diese Werte sind jedoch kein allgemeiner Tarif für jede Überweisung: Wechselkurs, Route und Kosten verändern sich laufend und müssen unmittelbar vor dem Transfer geprüft werden.
Wise gibt zudem an, dass 74 Prozent seiner Transfers in weniger als 20 Sekunden und 95 Prozent innerhalb eines Tages eintreffen. Auch hierbei handelt es sich um Anbieterangaben über das gesamte Transferaufkommen; die tatsächliche Dauer einer konkreten Zahlung kann je nach Währung, Land, Zahlungsart und notwendigen Prüfungen abweichen.
Revolut: SEPA-Zahlungen ohne Transfergebühr
Revolut erhebt nach seinen Schweizer Bedingungen keine eigene Transfergebühr für Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums. Bei internationalen Überweisungen ausserhalb von SEPA können dagegen Gebühren entstehen, die vor der Bestätigung in der App angezeigt werden. Zwischengeschaltete Banken können bei internationalen Zahlungen zusätzliche Kosten berechnen.
Bei Revolut muss zusätzlich zwischen Transfer- und Wechselkosten unterschieden werden. Innerhalb der jeweiligen Tariflimiten fallen an Werktagen keine zusätzlichen Wechselgebühren an. Beim Standard-Abo kann ausserhalb des monatlichen Wechselkontingents eine zusätzliche Fair-Usage-Gebühr von 1 Prozent entstehen. Für bestimmte Wechsel am Wochenende nennt Revolut für Standard ebenfalls 1 Prozent und für Plus 0,5 Prozent; Premium, Metal und Ultra sind von der Wochenendgebühr ausgenommen.
Für klassische internationale Banküberweisungen aus der Schweiz nennt Revolut als allgemeine Orientierung drei bis fünf Geschäftstage. Euro-Zahlungen innerhalb von SEPA können laut Anbieter innerhalb von zwei Arbeitstagen oder – wenn SEPA Instant verfügbar ist – innerhalb von Sekunden eintreffen.
UBS: Tarif hängt von Konto, Paket und Währung ab
Auch klassische Schweizer Banken unterscheiden inzwischen stark nach Zahlungsart und Kundenpaket. Bei UBS können elektronische SEPA-Zahlungen beispielsweise abhängig vom verwendeten Konto beziehungsweise Banking-Paket kostenlos sein. Die aktuelle UBS-Preisübersicht zeigt zugleich, dass Zahlungen in anderen Fremdwährungen und spezielle Auslandsoptionen zusätzliche Gebühren verursachen können. Deshalb sollte nicht mit einem pauschalen «Bankpreis» gerechnet werden.
Raiffeisen: Preise unterscheiden sich nach lokaler Bank
Bei Raiffeisen ist zusätzlich zu beachten, dass die konkreten Konditionen von der jeweiligen Raiffeisenbank abhängen können. Ein aktuelles Beispiel der Raiffeisenbank Zürich-Flughafen nennt CHF 1 für eine SEPA-Zahlung. Für Fremdwährungszahlungen gelten je nach Gebührenregelung unterschiedliche Konditionen.
Damit zeigt sich ein wichtiger Punkt: Selbst innerhalb einer Bankengruppe kann ein allgemeiner schweizweiter Preisvergleich zu kurz greifen.
SEPA oder SWIFT: Was ist für Schweizer Kunden günstiger?
Wer Euro in ein SEPA-Land überweist, sollte grundsätzlich zuerst prüfen, ob die Zahlung als SEPA-Überweisung ausgeführt werden kann. Das Verfahren wurde geschaffen, um Euro-Zahlungen innerhalb Europas zu standardisieren.
Der SEPA-Raum umfasst inzwischen 40 Staaten, darunter neben den 27 EU-Ländern auch die Schweiz, Grossbritannien, Norwegen, Island, Liechtenstein, Albanien, Andorra, Moldawien, Monaco, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, San Marino und den Vatikanstaat.
Typische Voraussetzungen einer SEPA-Zahlung sind:
- Die Zahlung erfolgt in EUR.
- Das Zielkonto befindet sich bei einem SEPA-Teilnehmer.
- Die korrekte IBAN des Empfängers ist vorhanden.
- Die Zahlung erfüllt die SEPA-Anforderungen der ausführenden Bank.
Eine Zahlung nach Deutschland muss deshalb nicht automatisch eine teure internationale SWIFT-Zahlung sein. Wer von einem Schweizer CHF-Konto bezahlt, sollte allerdings zusätzlich prüfen, zu welchem Kurs die Franken zunächst in Euro umgerechnet werden.
Bei Zahlungen ausserhalb des SEPA-Systems kommt häufiger SWIFT ins Spiel. Das Netzwerk ermöglicht internationale Bankzahlungen in zahlreichen Währungen und Ländern, allerdings können Korrespondenzbanken zwischen Sender- und Empfängerbank geschaltet sein. Dadurch werden Kosten und endgültige Gutschrift weniger vorhersehbar.
OUR, SHA und BEN: Wer bezahlt die Gebühren?
Bei klassischen internationalen Bankzahlungen begegnen Kunden häufig den Kürzeln OUR, SHA und BEN. Sie bestimmen, wie die Kosten einer Überweisung zwischen Sender und Empfänger verteilt werden.
| Gebührenregelung | Bedeutung | Wer trägt die Kosten? |
|---|---|---|
| OUR | Sender übernimmt die Gebühren | grundsätzlich Auftraggeber |
| SHA | Kosten werden geteilt | jeder trägt die Gebühren seiner Seite |
| BEN | Gebühren gehen zulasten des Empfängers | Empfänger |
OUR kann sinnvoll sein, wenn ein bestimmter Rechnungsbetrag möglichst vollständig beim Geschäftspartner oder Dienstleister eintreffen soll. Eine solche Option ist jedoch normalerweise teurer.
Bei SHA trägt der Auftraggeber die Gebühren seiner eigenen Bank; weitere Kosten können auf der Empfängerseite beziehungsweise entlang des Zahlungswegs entstehen.
BEN bedeutet dagegen, dass Gebühren vom überwiesenen Betrag abgezogen werden können. Der Empfänger erhält deshalb weniger als den ursprünglich eingegebenen Betrag.
PostFinance bietet bei weltweiten Zahlungen beispielsweise die Varianten «Empfänger erhält reduzierten Betrag» für CHF 2 sowie «Empfänger erhält gesamten Betrag» für CHF 22 an. Bei SEPA-Zahlungen gelten andere Regeln: Abzüge vom Überweisungsbetrag zur Begleichung von Fremdspesen sind dort nicht vorgesehen.
Wie lange dauert eine Überweisung aus der Schweiz ins Ausland?
Die Geschwindigkeit hängt nicht nur vom Anbieter ab. Zielland, Währung, Zeitpunkt des Auftrags, Wochenende, Feiertage, Empfängerbank und regulatorische Prüfungen beeinflussen die Laufzeit.
Als praktische Orientierung gelten folgende Grössenordnungen:
- SEPA: häufig ein Bankwerktag; PostFinance nennt maximal einen Bankwerktag ab Belastungsdatum.
- PostFinance weltweit: in der Regel ein bis zwei Arbeitstage.
- PostFinance Express: abhängig von Aufgabezeitpunkt und Zeitzone normalerweise am selben Bankwerktag.
- Revolut internationale Banküberweisung: allgemein drei bis fünf Geschäftstage; SEPA kann schneller sein.
- Wise: ein grosser Teil der Transfers wird laut Anbieter innerhalb eines Tages ausgeführt, einzelne Routen können wesentlich schneller sein.
Eine beworbene «Sofortüberweisung» bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede internationale Zahlung in Sekunden auf dem Empfängerkonto liegt. Die schnelle Abwicklung muss für die konkrete Währung, Bank und Zahlungsroute unterstützt werden.
Warum der Wechselkurs wichtiger sein kann als die Überweisungsgebühr
Beim Vergleich wird häufig zuerst nach «kostenloser Auslandsüberweisung» gesucht. Das kann irreführend sein.
Angenommen, Anbieter A verlangt keine separate Transfergebühr, rechnet CHF aber zu einem ungünstigeren Kurs in EUR um. Anbieter B verlangt 10 CHF, bietet jedoch einen deutlich besseren Wechselkurs. Bei einem hohen Überweisungsbetrag kann Anbieter B trotz der sichtbaren Gebühr günstiger sein.
Vor dem Absenden sollten deshalb drei Zahlen nebeneinanderstehen:
Belastung in CHF → sämtliche Gebühren → endgültige Gutschrift in der Zielwährung.
Die letzte Zahl ist für einen Vergleich am aussagekräftigsten.
Wer regelmässig grössere Beträge überweist, sollte zusätzlich prüfen, ob ein Anbieter volumenabhängige Rabatte anbietet. Wise reduziert nach eigenen Angaben beispielsweise Gebühren bei höheren monatlichen Überweisungsvolumen.
Auch die Entscheidung, wer die Währungsumrechnung übernimmt, ist relevant. PostFinance weist darauf hin, dass eine Zahlung in CHF auf ein ausländisches Konto vor allem dann sinnvoll ist, wenn der Endbegünstigte tatsächlich ein CHF-Konto besitzt. Standardmässig wird ansonsten in die Währung des Ziellandes umgerechnet.
So lässt sich eine Auslandsüberweisung richtig vergleichen
Vor einer internationalen Zahlung lohnt sich ein kurzer Kostencheck. Das gilt insbesondere bei hohen Beträgen.
Diese sieben Punkte sollten vor der Bestätigung geprüft werden:
- Empfängerwährung feststellen. Soll das Geld in EUR, USD, GBP, CHF oder einer anderen Währung eintreffen?
- SEPA-Verfügbarkeit prüfen. Bei einer EUR-Zahlung innerhalb Europas kann SEPA erheblich einfacher sein.
- Referenzkurs ansehen. Erst danach lässt sich beurteilen, wie gut der angebotene Wechselkurs tatsächlich ist.
- Endbetrag vergleichen. Entscheidend ist, wie viel der Empfänger nach Umrechnung und Gebühren erhält.
- Fremdspesen berücksichtigen. Besonders bei SWIFT können Korrespondenzbanken zusätzliche Kosten verursachen.
- Geschwindigkeit nur bei Bedarf bezahlen. Eine Expresszahlung lohnt sich nicht, wenn zwei Arbeitstage ebenfalls ausreichen.
- Empfängerdaten kontrollieren. Name, IBAN beziehungsweise Kontonummer, BIC/SWIFT und weitere länderspezifische Angaben müssen korrekt sein.
Bei grossen Summen kann bereits eine kleine Kursdifferenz deutlich mehr ausmachen als die eigentliche Überweisungsgebühr. Ein Preisvergleich sollte deshalb möglichst unmittelbar vor dem Transfer durchgeführt werden, weil Devisenkurse laufend schwanken.
Welcher Anbieter eignet sich für welchen Transfer?
Einen einzigen günstigsten Anbieter für alle Auslandzahlungen gibt es nicht.
Für eine EUR-Zahlung nach Deutschland oder Frankreich kann eine kostenlose oder sehr günstige SEPA-Überweisung der bestehenden Schweizer Bank bereits eine konkurrenzfähige Lösung sein. Das gilt besonders dann, wenn EUR bereits auf einem Eurokonto vorhanden sind und deshalb keine zusätzliche CHF-EUR-Konvertierung erforderlich ist.
Bei einer CHF-EUR-Umrechnung sollte dagegen zusätzlich der Wechselkurs verglichen werden. Hier können spezialisierte Transferdienste interessant werden.
Bei einer Zahlung ausserhalb Europas sollten neben Wise und Revolut auch die Konditionen der eigenen Bank geprüft werden. Entscheidend sind Zielwährung, mögliche lokale Zahlungswege und Fremdspesen.
Bei einer hohen Rechnung, bei der exakt 10’000 EUR oder USD ankommen müssen, sollte geprüft werden, ob der Anbieter eine Option bietet, bei der Gebühren nicht vom Empfängerbetrag abgezogen werden.
Für eine dringende Zahlung ist schliesslich nicht der billigste Anbieter automatisch der beste. Wichtig ist, ob der konkrete Transferweg tatsächlich eine Gutschrift am selben Tag oder als Instant Payment ermöglicht.
Fragen und Antworten zu Auslandsüberweisungen aus der Schweiz

Wie kann ich günstig Geld aus der Schweiz ins Ausland überweisen?
Bei EUR-Zahlungen in den SEPA-Raum sollte zuerst eine SEPA-Überweisung geprüft werden. Bei notwendigem Währungswechsel müssen Transfergebühr und Wechselkurs gemeinsam verglichen werden. Für andere Währungen lohnt sich zusätzlich ein Vergleich zwischen Bank und spezialisierten Transferdiensten.
Ist die Schweiz Teil von SEPA?
Ja. Die Schweiz gehört zum Single Euro Payments Area. Der SEPA-Raum umfasst derzeit 40 Staaten.
Kann ich von der Schweiz kostenlos nach Deutschland überweisen?
Das hängt vom Anbieter und von der Währung ab. PostFinance bietet beispielsweise SEPA-konforme EUR-Auslandzahlungen über E-Finance und die App kostenlos an. Revolut erhebt ebenfalls keine eigene Transfergebühr für Banküberweisungen innerhalb des SEPA-Raums. Kosten können trotzdem durch eine notwendige Währungsumrechnung oder unter bestimmten Umständen auf Empfängerseite entstehen.
Wie lange dauert eine SEPA-Überweisung aus der Schweiz?
PostFinance nennt für eine SEPA-Auslandzahlung maximal einen Bankwerktag ab dem Belastungsdatum. Die konkrete Dauer kann je nach Bank und Auftragszeitpunkt variieren.
Was ist günstiger: Wise oder eine Schweizer Bank?
Das hängt von Betrag, Währung und Banktarif ab. Bei einer reinen EUR-SEPA-Zahlung kann eine Schweizer Bank sehr günstig oder sogar kostenlos sein. Muss dagegen CHF in eine andere Währung gewechselt werden, wird der Wechselkurs zu einem wesentlichen Kostenfaktor. Deshalb sollte die endgültige Empfängersumme verglichen werden.
Können bei SWIFT nachträglich Gebühren abgezogen werden?
Ja. Bei internationalen Zahlungen können zwischengeschaltete Banken Gebühren erheben. Revolut weist beispielsweise ausdrücklich darauf hin, dass solche Kosten ausserhalb seiner Kontrolle liegen können; auch PostFinance beschreibt mögliche Fremdspesen bei weltweiten Auslandzahlungen.
Sollte ich Geld in CHF oder in der Währung des Empfängers schicken?
Das hängt vom Empfängerkonto und vom angebotenen Wechselkurs ab. Eine CHF-Zahlung auf ein ausländisches Konto kann dazu führen, dass die Empfängerbank die Umrechnung übernimmt. PostFinance empfiehlt eine Gutschrift in CHF insbesondere dann, wenn das ausländische Empfängerkonto tatsächlich in CHF geführt wird.
Was ist bei grossen Überweisungen besonders wichtig?
Neben Gebühren und Wechselkurs können zusätzliche Compliance-Prüfungen relevant werden. Banken und Zahlungsanbieter müssen gesetzliche Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Sanktionen erfüllen und können deshalb Angaben zur Herkunft oder zum Zweck von Geldern verlangen. Für grössere Transfers sollte genügend Zeit eingeplant und geprüft werden, welche Nachweise der jeweilige Anbieter verlangt.
Wer 2026 Geld aus der Schweiz ins Ausland überweist, sollte nicht automatisch die eigene Hausbank meiden – aber ebenso wenig davon ausgehen, dass eine als kostenlos beworbene Überweisung tatsächlich die günstigste Lösung ist. Für Euro-Zahlungen innerhalb von SEPA können Schweizer Banken sehr konkurrenzfähige Konditionen bieten. Sobald CHF in eine Fremdwährung umgerechnet oder Geld ausserhalb des SEPA-Raums geschickt wird, gewinnt der Wechselkurs deutlich an Bedeutung. Der zuverlässigste Vergleich besteht deshalb aus vier Punkten: Gesamtbelastung in CHF, Wechselkurs, endgültiger Empfängerbetrag und erwartete Laufzeit. Erst wenn diese Werte für dieselbe Summe und denselben Zeitpunkt gegenübergestellt werden, lässt sich beurteilen, welche Überweisung tatsächlich günstiger ist.
Verwendete Materialien: PostFinance – Auslandzahlungen und SEPA, UBS – Services & Prices 2026, Raiffeisen – Zahlungsverkehr, Wise Schweiz – Gebühren und Überweisungsdauer, Revolut Schweiz – Transfergebühren und internationale Überweisungen.
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